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Jenny de la Torre plant neue Praxis für Obdachlose

Sozialverband Deutschland, Landesverband Berlin-Brandenburg vom 26.05.2004

Die Obdachlosenärztin Jenny de la Torre hat ein neues Domizil gefunden. Noch in diesem Jahr will sie in der Pflugstraße 12 in Mitte eine Praxis eröffnen. Außer einer ambulanten medizinischen Versorgung soll es dort auch soziale Beratung für obdachlose Menschen geben. „Langfristig will ich ein Gesundheitszentrum aufbauen", sagt de la Torre.

Bereits in den kommenden Tagen will die Ärztin mit dem Bezirksamt Mitte einen Mietvertrag für das Gebäude, eine ehemalige Kindertagesstätte, unterzeichnen. Die Kita soll umgebaut werden und wird dann „für die Ärmsten der Stadt zur Verfügung stehen", sagt die Ärztin. Obdachlose sollen in der Einrichtung auch Kleidung tauschen können, Übernachtungsplätze wird es nicht geben. Der Bezirk hatte für die Kita fünf Bewerber. „Für uns ist das Gesundheitszentrum schon auf Grund der schwierigen Sozialstruktur eine sehr gute Lösung", sagt Wirtschaftsstadtrat Dirk Lamprecht (CDU).

1994 hat die peruanische Ärztin im Ostbahnhof ihre erste Obdachlosenpraxis eröffnet. Sie betreute Alkoholkranke ebenso wie HIV-Positive, sie kurierte Hautausschläge und Erfrierungen. Deshalb wurde sie auch „Mutter Teresa vom Ostbahnhof′ genannt. Zuletzt arbeitete sie am Stralauer Platz. Ende September 2003 hörte de la Torre dort aber auf und trennte sich von der Trägergesellschaft MUT, weil diese wegen rückläufiger Patientenzahlen ihre Stelle von 40 auf 25 Stunden pro Woche reduziert hatte.

Um ihren künftigen Nachbarn das Projekt vorzustellen, lädt Jenny de la Torre die Anwohner heute um 17.30 Uhr in die Kita ein: „Ich werde die Probleme erläutern, die Obdachlose haben. Und ich will den Anwohnern eventuelle Ängste nehmen", sagt sie. (ua.)
 
http://www.sovd-bbg.de/aktuelles.html



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18.05.2012

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