Pressemitteilung Nr. 3 vom 16. August 2004
Nutzungsvertrag für Obdachlosengesundheitszentrum in Berlin-Mitte unterschrieben
Die Jenny De la Torre-Stiftung will ein „Gesundheitszentrum für Obdachlose“ in Berlin-Mitte, Pflugstraße 12, eröffnen. In dem vom Bezirk zur Verfügung gestellten Gebäude soll umfangreiche Unterstützung für die Ärmsten der Armen in Berlin geboten werden.  Das Haus in der Pflugstraße
So sind neben der ambulanten medizinischen Versorgung auch die Einrichtung einer Suppenküche und einer Kleiderkammer geplant. Zudem wird es auch soziale und psychologische Betreuung für die Obdachlosen sowie eine Rechtsberatung geben. In dieser Kombination ist das geplante Gesundheitszentrum bundesweit einmalig. Die Stiftungsvorsitzende Jenny De la Torre möchte mit ihrem Projekt aber noch einen Schritt weiter gehen und präventiv tätig sein: Sie will in Zukunft Menschen vor drohender Obdachlosigkeit bewahren.
Die Stadtpolitik zeigt sich offen für das Vorhaben. Für den Wirtschaftsstadtrat Dirk Lamprecht (CDU) „ist das Gesundheitszentrum schon wegen der schwierigen Sozialstruktur eine sehr gute Lösung“. Der Bezirk entschied sich daher bewusst für das Gesundheitszentrum als neuen Mieter, obwohl es für das ehemalige Kita-Gebäude insgesamt fünf Bewerber gab. Der Nutzungsvertrag wurde in den vergangenen Tagen unterschrieben.
Nun steht der Umbau des dreistöckigen Hauses an. Jenny De la Torre ist sich der Dimension des Projektes bewusst: „Unsere Pläne sind ehrgeizig, aber wir wissen, wie wichtig diese Einrichtung für Berlin in der Zukunft sein wird.“ Ihre Stiftung wird das Zentrum betreiben, finanziert unter anderem durch Spendengelder. Es werden weiterhin Geldspenden und ehrenamtliche Mitarbeit benötigt.
Jenny De la Torre ist Expertin im Umgang mit Obdachlosen. 1994 nahm sie ihre Arbeit in einer Obdachlosenpraxis auf 12 Quadratmetern am Berliner Ostbahnhof auf. Sie betreute Menschen mit vielfältigen Krankheitsbildern, die meistens mit dem Leben auf der Straße in direktem Zusammenhang stehen. Zuletzt arbeitete sie bis September 2003 am Stralauer Platz und ist seitdem für ihre Stiftung tätig.
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